Tu was du willst, solange es den Anderen auch gefällt.

Ich liebe lange Spaziergänge mit meinem Pferd. Am liebsten zwei bis vier Stunden, im einigermassen strammen Tempo durch den Wald. Dabei kann ich wunderbar denken. Nachdenken. Über die Welt, Menschen, mein Leben, meine Ziele und den Sinn. Das ist einer meiner eingefleischten «Krankheiten». Alles muss irgendwie Sinn haben. Finde ich keinen Sinn in einer Tätigkeit, führe ich sie nicht gerne aus. Momentan mein grösstes Unglück in Bezug auf meinen Job. Aber das ist eine andere Geschichte.

Heute bei einem solchen Spaziergang ist mir dann aufgefallen, dass ich die Doppelmoral, welche viele Menschen an den Tag legen echt verwerflich finde. Ich habe dazu auch ein gutes Beispiel.

Podcast sind ein kleines Hobby von mir. Im Auto, und da verbringe ich leider ziemlich viel Zeit, höre ich mir am liebsten vorher genanntes an. Manchmal gefüllt mit Wissen, manchmal einfach absoluter Nonsense, aber dafür einfache, unterhaltende Kost.

Vor kurzer Zeit habe ich einen neuen Schweizer Podcast entdeckt. Zwei Frauen mittleren Alters, lustig zum Hören, klingen beide Sympathisch.

Die eine der beiden Damen hat auch einen Blog. Bin dort also auch schnell durchgescrollt. Viele «Coaching»-Posts à la «Mach was dir gut tut, ohne darüber nachzudenken, was andere von dir halten»-Blablabla. Alles ganz okay. Selbsthilfeposts wie man sie im Internet mittlerweile scharenweise findet. Dagegen habe ich überhaupt nichts, im Gegenteil: Ich lese sie manchmal selbst sehr gerne. Denn da sind wir wieder beim einfachen Entertainment.

Da haben die beiden Frauen also übers Spenden geredet. Die eine hat sich dann darüber ausgekotzt, dass die meisten Menschen an Tier-Organisationen spenden und nicht an Menschenhilfswerke. Und mit ausgekotzt meine ich so richtig ausgekotzt. Sie hat sich richtig reingesteigert, konnte das überhaupt nicht verstehen und wurde schon fast ein bisschen beleidigend diesen Menschen gegenüber.

Erst dachte ich mir, nun gut. Krasse Meinung, aber es soll anscheinend auch Menschen geben, die Tiere nicht mögen.

Bei besagtem Spaziergang dachte ich nochmals darüber nach, da ich die Haltung doch ziemlich krass fand. Und dann ging mir ein Licht auf: MACH, WAS AUCH IMMER DU MÖCHTEST UND DIR GUT TUT, ABER MEINE GÜTE, DOCH NICHT DAS!

So scheint es vielerorts heute zu sein. Die Menschen sinnieren darüber, dass doch jeder Mensch das tun soll, was sein Herz mit Glück erfüllt – Im gleichen Atemzug werden aber Handlungen aufs schärfste verurteilt. Handlungen, die keinem was Böses tun.

Wie obiges Beispiel. Klar, einigen Menschenhilfswerken sind Spenden durch die Lappen. Doch keinem ist wirklich Schlechtes oder Böses widerfahren deswegen. Keiner wurde verletzt.

Wenn nun jemand lieber an den Zürizoo spendet als an das Rote Kreuz, weil er dann ein besseres Gefühl dabei hat, was ist denn daran verwerflich? Warum kommt jemand darauf, dies in einem Podcast so nieder zu machen?

Deshalb hier meine Ode an die Doppelmoral: Menschen, hört auf Wein zu predigen und Wasser zu servieren. Lasst die Menschen ihre eigenen Entscheidungen treffen, ohne diese sofort zu verurteilen und last but not least: Kehrt zuerst vor der eigenen Haustür, Selbstreflektion tut manchmal weh, aber sie bringt jeden voran!

 

 

Autor: kimlesliekelly

pferdemädchen durch und durch.

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