Unser Aufbautraining

Die neun Monate nichts tun ausser das Leben geniessen und fressen sieht man dem Leo deutlich an. Er ist kein Pferd, das dick wird. Deshalb sieht er momentan schaurig aus. Nicht zu dünn, aber natürlich ohne Muskeln, mit dickem zotteligem Winterfell und komplett ohne Oberlinie.

Das möchte ich nun natürlich wieder ändern, doch mein grösstes Ziel beim Wiederaufbau ist, dass er stets mit Motivation dabei ist und Freude hat an der Arbeit. Ausserdem möchte ich ihn sehr nachhaltig Aufbauen, damit ich noch sehr lange Freude an meinem Pferd haben kann und er, hoffentlich *fingers crossed*, bis ins hohe Alter gesund bleibt.

Darum habe ich mich entschieden, den Aufbau sehr langsam anzugehen. Da spielt natürlich auch der Faktor ein, dass wir am Stall keine Infrastruktur haben. Was mich momentan sowieso sehr einschränkt, doch wenn ich ihn nicht umstellen möchte, muss ich mich damit arrangieren. Und da er sich so wohl fühlt in seiner Gruppe, möchte ich ihn so lange wie nur möglich dort lassen.

Natürlich bin ich eigentlich eher ungeduldig. Ich kann es kaum erwarten, ihn wieder soweit wie vor der Pause zu haben. Jeder Ritt war eine Freude, es hat solchen Spass gemacht täglich mit ihm zu lernen und wir haben in kurzer Zeit so viele Fortschritte gemacht. Die Lizenz und dann der Start in L wäre ein erreichbares Ziel gewesen. Das alles ist natürlich in weite Ferne gerückt, was mich auch oft etwas traurig stimmt. Doch die Gesundheit und der Erhalt der Freude meines Pferdes an der Arbeit geht nun definitiv vor meine Ziele!

Deshalb sieht unser Plan die nächsten Wochen folgendermassen aus: Spazieren! Spazieren, bis uns die Beine ausfallen. Anfangs 30 Minuten, dann eine Stunde, dann zwei Stunden und irgendwann ohne jegliche Zeiteinschränkung. Das macht das Pferd und mich zusammen fit für das weitere Training und schafft bei uns beiden eine Grundkondition.

Wenn er soweit ist, habe ich das Glück, dass ich ein Pferd bei uns im Stall mitreiten darf. Also geht es für Leo danach als Handpferd ins Gelände. So können wir den Trab und nach und nach den Galopp auch wieder ins Repertoire aufnehmen.

Natürlich würde ich ihn auch gerne mal Longieren können. Gerade der Biegung, Stellung und Geraderichtung würde das sehr gut tun. Auch baut er dadurch besser Muskulatur auf, als nur mit Spazieren und Geländetouren. Doch momentan ist das noch nicht möglich, da wir einfach keine Infrastruktur haben. Ich muss mir da wohl oder übel etwas überlegen in den nächsten Wochen. Denn so ganz ohne Platz oder Halle geht es leider wirklich nicht, wenn man im Sport reiten möchte. Selbst wenn es «nur» im unteren Amateurbereich ist. Ohne Training wird man nicht besser uns ohne Infrastruktur kein Training. Mal gucken wie ich das anstellen werde!

Sobald wir durch das Spazieren und hoffentlich Longieren eine gute Kondition und eine ansehbare Muskulatur aufbauen konnten, werde ich mich wieder ans Reiten wagen. Dann steht erst ein paar Monate die Losgelassenheit und der Takt im Vordergrund. Erst danach möchte ich wieder am Schwung und der Tragkraft arbeiten. Denn Schwung bringt mein Grosser von sich aus schon sehr viel mit! Viel wichtiger sind bei ihm eine reelle Anlehnung und, dass die Losgelassenheit erhalten bleiben kann.

Und bis es nun soweit ist, werde ich mir selber so viel gute Theorie wie möglich aneignen. Dazu habe ich mir viele Bücher und Hefte gekauft, so wird mir auch nicht «langweilig», wenn ich noch nicht so viel mit meinem Pferdchen machen kann. 😊